Ziel:
Hochkönig 2941m
Klettersteig Königsjodler

Gebirgsgruppe:
Hochkönigstock



Abwechslungsreich aber lang: der Königsjodler

Charakteristik:
Der 2001 errichtete Klettersteig mit dem klingenden Namen "Königsjodler" auf der Südseite des Hochkönigs wartet zwar nicht mit so schwierigen Einzelstellen auf wie z. B. der "Johann" in der Südwand der Dachsteinwarte, zählt aber aufgrund seiner Länge (rund 1700 Klettermeter bei insgesamt fast 1900m Höhenunterschied auf der hier beschriebenen Runde) zu den anspruchsvollsten Klettersteigunternehmungen in Österreich. Die Routenführung ist interessant und abwechslungsreich und gespickt mit Gegenanstiegen (viele Spitzen der Teufelshörner sowie auch der Kematstein werden überklettert), eine originelle Stellen warten unterwegs wie z. B. eine kleine Seilbrücke oder eine Seilrutsche. Die Erbauer haben ihrer Phantasie freien Lauf gelassen um mit diesem Steig wiederum eine große, alpine "Freizeitanlage" zu schaffen. Unbedingt beachten sollten Steigaspiranten, dass der Fels nicht immer ganz fest ist (Steinschlag und ev. lockere Verankerungspunkte), der Steig wirklich sehr lang ist und somit entsprechende Aufbruchszeit und stabiles Schönwetter notwendig ist und die konditionellen Voraussetzungen und Erfahrung auf längeren Steigen ähnlicher Schwierigkeit unbedingt stimmen müssen. Auch ist bei idealen Verhältnissen mit einem sehr starken Andrang von Klettersteiggehern zu rechnen.
Insgesamt ein anstrengendes aber interessantes und eindrucksvolles Bergerlebnis.

Dauer:
Zustieg:     ca. 1,5-2 Std.
Aufstieg:    ca. 3-4,5 Std.  
Abstieg:     ca. 3-4 Std.
Höhendiff.:  1900 Hm (inkl. Gegenanstiege bei Auf- u. Abstieg)

Schwierigkeit:
schwierig/sehr schwierig
Klettersteigset u. Steinschlaghelm ev. Pickel u. Steigeisen (je nach Verhältnissen)
Talort:
Mühlbach (860m)
Stützpunkte:
Erichhütte (1545m) am Zustiegsweg bzw. 
Matrashaus (2941m) am Hochköniggipfel
Ausgangspunkt:
Parkplatz Erichhütte (1339m), ca. 750m westlich des Dientner Sattels
Tourenverlauf:
Vom Parkplatz in rund 20-30 Minuten auf der Zufahrtsstrasse zur Erichhütte und weiter auf dem markierten Weg in Richtung Hochkönig (Birgkarsteig), die Abzweigungen in Richtung Taghaube bzw. Granlspitzklettersteig bleiben unberücksichtigt. Der Steig führt zunächst recht angenehm durch den Almboden aufwärts, danach in vielen Serpentinen in steilerem Rasengelände schließlich in felsiges Gelände bis die Hochscharte erreicht ist. Hier zeigt ein Wegweiser den richtigen Weg zum Einstieg des Klettersteiges nahe einem kleinen Sattel.
Routenverlauf: In ständigem Auf und Ab über die sechs Felszacken der "Teufelshörner" und nach rund zwei Drittel der Kletterstrecke zum Wandfuß des Kematsteins mit seiner wunderbar griffigen 150m hohen, steilen Kalktafel die ebenfalls durchklettert wird. Vom Kematstein folgt nochmals ein längerer Abstieg bis zum finalen Anstieg in immer leichter werdendem Gelände zum Ausstieg auf den Hohen Köpfen (2875m), zum Hochköniggipel mit dem Matrashaus in weiteren 20 Minuten entlang des mit Stangen markierten Weges in östlicher Richtung.
Abstieg (durchs Ochsenkar zur Mitterfeldalm): Vom Matrashaus kurz in nördlicher Richtung und östlich hinunter durchs "Klamml" (kurze mit Ketten und Leitern versicherte Felspassage). Hier folgt man weiter den Markierungsstangen (die Abzw. zur Ostpreußenhütte bleibt unberücksichtigt) und wählt einen der parllel verlaufenden Steige des "Gletscherweges" oder des "Felsensteiges" bis man schließlich über den Schartensteig ins Obere Ochsenkar bei der Torsäule gelangt. Nun in einer großen Schleife um die Mannlwand herum zur Mitterfeldalm und weiter zum Arthurhaus, Rückweg in den Dientner Sattel mit Bus möglich (Fahrplan vorher erfragen).
Verwendete Führer:
Karte:
Alpenvereinskarte Hochkönig - Hagengebirge (Blatt Nr. 10/2)

Tipps & Hinweise:
Die Nächtigung im Matrashaus auf dem Gipfel verteilt die Mühen von Auf- und Abstieg auf zwei Tage.

Bei Schneelage ist von einer Begehung des Steiges unbedingt abzuraten.

Der übliche Abstieg durchs Birgkar hinunter zum Dientner Sattel ist zwar etwas kürzer aber steinschlaggefährdet, erfordert Trittsicherheit und ist durchaus anspruchsvoll, deshalb wird als Abstiegsweg hier der Normalweg über die Mitterfeldalm beschrieben.

Der Steig ist zwar gut mit Stahlseilen und teilw. auch mit Tritthilfen versichert, leichte Gehpassagen sind aber ungesichert (nicht ausgesetzt)!

Alle hier verwendeten Ortsnamen wurden Alpenvereinskarte Hochkönig - Hagengebirge entnommen und stimmen nicht immer mit den Namen und Kartenpunkten auf der Österreichischen Karte überein!


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