Ziel:
Pizzo Badile 3305m
Nordkante

Gebirgsgruppe:
Bergeller Berge
(Schweiz)

 
Eine der schönsten Kanten der Alpen: die Badile-Nordkante
rechts: Abseilen auf der Südseite

Charakteristik:
Sehr lange hochalpine Klettertour, die nur bei stabilen Wetterbedingungen ratsam ist. Dennoch zählt die Granitkante auf der Nordseite des Pizzo Badile zu den schönsten Kantenführen in den Alpen, fester Fels und gute Sicherungsmöglichkeiten bieten einmaligen Genuß. Allerdings sollte man sich seiner Aufgabe bewußt sein: immerhin gilt es eine 1250m lange Kante bei 800 m Höhenunterschied zu überwinden was auch bei guten Bedingungen 8-9 Stunden in anspruch nehmen kann.

Dauer:
Zustieg:     1,5 Std. (ab Cap. Sasc Furä 1904m)
Aufstieg:    bis 9 Std.
Abstieg:     3,5 Std.
Höhendiff.: 1401 Hm (ab Cap. Sasc Furä)

Schwierigkeit:
3-4, zwei Stellen 4+
(18-25 Seillängen je nach Sicherung)
Steinschlaghelm u. Kletterausrüstung (6 Expreßschlingen u. 3 Bandschlingen), mobile Sicherungsmittel, Doppelseil, Eispickel und ev. Steigeisen
Talort:
Bondo (823m) - ca. 30 km südwestlich von St. Moritz
Stützpunkte:
Cap. Sasc Furä (1904m - ca. 1,5 Std. vom Parkplatz)
Bivacco Pizzo Badile (Biwak im Gipfelbereich)
Cap.Gianetti (2534m)
Bivacco Vaninetti (2577m)
Ausgangspunkt:
Parkplatz am Ende der Mautstraße ins Val Bondasca (ca. 1290m)
Tourenverlauf:
Vom Parkplatz am Ende der Mautstraße ins Val Bondasca folgt man dem markierten Wanderweg kurz taleinwärts bis zu einer Weggabelung, hier rechtshaltend erreicht man kurz darauf eine Holzbrücke, die über den Bondasca führt. Hier teilt sich der Weg immer mehr auf und führt teilweise über befestigte Steigabschnitte (toller Zustand) zur Capanna Sasc Furä. Diese Hütte empfiehlt sich für die Nächtigung vor einer Badilebesteigung.
Der Zustieg von der Hütte erfolgt dann auf dem markierten Weg Richtung Viäl bis zum höchsten Punkt des Wanderweges. Hier verläßt man den Wanderweg um direkt zum Fuß der Nordkante aufzusteigen (Steinmänner weisen den Weg), an den ersten Gratabbrüchen rechts vorbei, bis teilw. über Schneefelder linkshaltend in leichter Kletterei in eine Scharte (bei Punkt 2589m) aufgestiegen werden kann. Kurz nach dieser Scharte beginnt dann die eigentliche Kletterei, man steigt direkt zur Kante auf (Standplatz) und hält sich in weiterer Folge immer auf der Kante. Nur der Steilaufschwung etwa in halber Höhe der Kante wird rechts umgangen (siehe Topo).
Der Abstieg erfolgt auf der Südseite (italienische Seite des Pizzo Badile) über die Rinnenführe (2+): nur wenige Meter östlich des Gipfelzeichens setzt eine breite Geröllmulde an durch die man absteigt. Am unteren rechten Rand der Geröllmulde befindet sich der erste solide Standhaken der als Abseilpunkt dient. Danach hält man sich immer am rechten Rand der Rinne, welche abseilend und abkletternd überwunden wird, bis das große Band erreicht wird. Auf dem Band geht man ca. 50m nach rechts und danach schräg aufwärts (immer auf Steinmänner achten!) bis man gerade hinunter zu einem Eisenkreuz absteigen kann. Von diesem Kreuz seilt man durch ein Kamin ab bis zu einem Standplatz über der letzten Plattenwand.
Vom Wandfuß folgt man den Steinmännern bis zur Capanna Gianetti.

Der Rückweg von der Cap. Gianetti zur Cap. Sasc Furä erfolgt über den markierten Weg über den 2961m hohen Passo Porcelizzo (Abstieg über Schneefelder bzw. Gletscher) zum Bivacco Vaninetti (2577m) und weiter über den 2701m hoch gelegenen Passo della Trubinasca (steiler Auf- und Abstieg, teilw. versichert).

Verwendete Führer:
Bergell - Paul Nigg
Karte:
Carta nazionale della Svizzera - Sciora 1296
Tipps:
Für diese Tour sollte praktischerweise ein Halbseil verwendet werden, um beim Abseilen einiges an Zeit zu sparen. Erfahrung in hochalpinem Gelände ist für diese Tour unerlässlich, außerdem sollte es nicht an der notwendigen Kondition und Klettererfahrung mangeln.
Absicherung: alle wichtigen Standplätze sind mit soliden Klebebohrringhaken versehen, unbedingt notwendige Zwischenhaken sind ebenfalls vorhanden. Trotzdem sollte man einige Friends und Klemmkeile für alle Fälle dabeihaben.

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