Ziel:
Jotunheimen Nationalpark
Trekking-Rundtour

Gebirgsgruppe:
Kaledonisches Gebirge
(Norwegen)

Der markante Besseggen-Grat
über dem Bessvatnet-See

Hängebrücke über 
den Blatjonnae
Vor dem Uradalsbandet,
hinten der Semeltinden

Charakteristik:
Seltener als in den heimatlichen Alpen sind die Gipfel in Mittelnorwegen das Ziel von Wanderern, vielmehr gilt es mit Zelt, Schlafsack und einer ganzen Menge Proviant die Naturwunder und -schönheiten auf mehrtägigen Trekkingtouren zu erkunden. Sehr selten führen markierte Wege auf bzw. über die Gipfel, sondern im Falle des Nationalparks Jotunheimen meist über hochgelegene Pässe von einem langen Hochtal ins nächste.
Landschaftlich beeindruckt diese Rundtour ungemein, die Umgebung wird sehr stark durch Wasser in all seinen Formen geprägt: Seen, Flüsse, Wasserfälle und Gletscher wo man hinsieht (hin und wieder fällt das Wasser aber auch recht intensiv vom Himmel :-)
In diese Rundtour lassen sich bei guten Verhältnissen auch die beiden höchsten Gipfel Nordeuropas miteinbeziehen, der Galdhopiggen (2469m) und der Glittertind (2464m), diese beiden Gipfel sind auf markierten Wegen (ausnahmsweise!) bei guten Verhältnissen unschwierig erreichbar und erfordern "nur" eine ordentliche Kondition.
Auch ohne die "Mitnahme" der beiden Gipfel ist eine gute Kondition Grundvoraussetzung für diese Runde, zusätzlich ist entsprechende Ausrüstung wie Zelt, Schlafsack, Kocher, Regenbekleidung und Proviant notwendig. Am zweiten und dritten Tourentag werden zwar Hütten als Zwischenziele erreicht, ein intensiveres Naturerlebnis bieten aber sicher die Übernachtungen auf abgeschiedenen Zeltplätzen.
Insgesamt eine landschaftlich großartige, auf Teilstrecken auch in der Hochsaison eher einsamen Rundtour, die mit einer bequemen Bootsfahrt über den Gjendesee zurück zum Ausgangspunkt Gjendesheim abgeschlossen wird.


Zeltplatz nahe dem Leirtjonne-See

Dauer:
Insgesamt: 3,5 Tage
                 26 Std. Nettogehzeit (ohne Gipfelbesteigung)
Höhendiff.:  rund 2500 Hm (ohne Gipfelbesteigung)

Schwierigkeit:
Bergwanderung auf markierten Wegen, am Besseggengrat stellenweise exponiert (Trittsicherheit);
weite Strecken über Geröllfelder und steinige Pfade
Talort:
Maurvangen (von hier aus Zufahrt zur DNT-Hütte Gjendesheim)
Stützpunkte:
Gjendesheim (DNT),
Glitterheim (DNT),
Spiterstulen,
Gjendebu (DNT)
Ausgangspunkt:
Gebührenpflichtige Parkplätze bei der Hütte Gjendesheim oder in Maurvangen 
Tourenverlauf (ohne Gipfelbesteigungen, dazu siehe Tipps):

1.Tag (Besseggen-Grat):
Von der DNT Hütte Gjendesheim geht es in nördlicher Richtung aufwärts bis rechts der direkte Weg nach Glitterheim abzweigt, hier hält man sich aber auf dem markierten Weg in westlicher Richtung über einige gut begehbare Felsstufen bis der flachen Rücken des Veslfjellet erreicht wird. Über den 1743m hoch gelegenen Gipfel geht es weiter in westlicher Richtung bis der Weg schließlich zum steilen aber gut gestuften Besseggengrat führt (da der Besseggen ein begehrtes Tagestourenziel darstellt, ist hier auch mit einigem "Gegenverkehr" zu rechnen). Über den Besseggengrat hinunter auf das Bandet, ein Felsband, das den Bessvatnet-See vom 389m darunterliegenden Gjende-See trennt, die Richtung beibehaltend in ständigem Auf und Ab vorbei am Bjornboltjonne bis zu einer Weggabelung, links geht es steil hinunter zur Hütte Memurubu, man hält sich hier scharf rechts und wandert hinunter zum Russvatnet-See. Nachdem man am Gloptind vorbei ist, finden sich nahe der Blackwellbua (alte Jagdhütte) und im Bereich der Halbinsel Sundodden nette Zeltplätze. Gehzeit ca. 7,5 Std. - Höhendiff. ca. 1000m (Aufstieg);
2. Tag (Veodalen und Skautflye): Der markierte Weg steigt in nördlicher Richtung an und wendet sich vom Russvatnet-See ab, nach der Überquerung des Blatjonnae (Gletscherfluss) auf einer luftigen Hängebrücke und einer weiteren kurzen Steigung erreicht man erst eben und schließlich wieder steiler ansteigend den Sattel zwischen Vestre und Austre Hestlaegerhoe (1685m, höchster Punkt des Tages), nun geht es jenseits des Sattels mühsam durch Blockwerk hinunter ins Veodalen zur DNT-Hütte Glitterheim (Ausgangspunkt zur Besteigung des Glittertind). Von der Hütte nun durchs Veodalen flussaufwärts und schließlich kurz steil hinauf in den Sattel nahe der fünf kleinen Seen, die Veslglupjonnen genannt werden. Von den Seen nun auf leicht abwärtsführendem Weg über die Skautflye und zu den Zeltmöglichkeiten am Leirtjonne-See. Gehzeit ca. 7,5 Std. - Höhendiff. ca. 850 Hm (Aufstieg);
3. Tag (Visdalen und Uradalen): Vom Ausfluss des Leirtjonne-Sees großzügig um den Aufbau des Skauthoe herum und steil hinunter ins Visdalen zum Hüttendorf Spiterstulen (Ausgangspunkt zur Besteigung des Galdhopiggen). Von der Hütte geht es zunächst bequem hinein ins Visdalen bis zu einer Weggabelung, der Weg rechts führt weiter zur Hütte Leirvassbu, links führt der richtige Weg hinauf  ins Uradalen, vorbei an den Seen Uradalsjonne gelangt man in den Sattel Uradalsbandet. Der Abstieg erfolgt dann vorbei an den Seen Uradalstjornin zum See Hellertjonne, mit guten Zeltplätzen in dessen Umgebung. Gehzeit ca. 8 Std. - Höhendiff. ca. 550m (Aufstieg)
4. Tag (Storadalen-Gjendebu):
Vom See Hellertjonne führt der Weg neben dem Wasserfall Hellerfossen hinunter ins Storadalen und über eine weitere Geländestufe abwärts zur DNT-Hütte Gjendebu am Westende des Gjende-Sees mit der nahen Schiffsanlegestelle (Schiffsverbindung Gjendebu - Memurubu - Gjendesheim). Es empfiehlt sich vor Antritt der Tour den Schiffsfahrplan in Gjendesheim zu studieren). Gehzeit bis Gjendebu ca. 3,5 Std. - nur Abstieg
Verwendete Führer:
Norwegen - Alwig Derstvenscheg
Karte:
Statens Kartverk - Jotunheimen Aust
(für Trekkingrunde u. Glittertind)
Statens Kartverk - Jotunheimen Vest
(für Galdhopiggen)
Tipps:
Glittertind (2464m): Um von Glitterheim nach Spiterstulen zu gelangen, kann bei guten Verhältnissen auch der Weg über den Glittertind, den zweithöchsten nordeuropäischen Gipfel gewählt werden (Gehzeit Glitterheim - Glittertind - Spiterstulen ca. 7 Std. - ca. 990 Hm Aufstieg). Anforderungen für diese Überschreitung: Trittsicherheit, Kondition und Orientierungssinn (unbedingt in Glitterheim Erkundigung einholen, ob für die Firnkuppe im Gipfelbereich Steigeisen notwendig sind)
Galdhopiggen (2469m): von Spiterstulen aus kann bei guten Verhältnissen der höchste Gipfel Nordeuropas auf markiertem Steig recht einfach erstiegen werden (ohne Gletscherberührung, Schneelage durchaus möglich), der Abstieg erfolgt auf gleichem Weg (Gesamtgehzeit ca. 5-6 Std. ab Spiterstulen). Anforderungen: Kondition, Trittsicherheit u. Wetterkenntnis bzw. Orientierungssinn

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